Wohnbau St. Wolfgang eG für die Zukunft gerüstet

Fusion der großen Genossenschaften im Stadtsüden

„Wir bauen Wohnen“ ist ein Programm, das viele Menschen im südlichen Regensburg ruhig schlafen lässt. Zum 1. Januar 2014 hat der Notar sein Siegel unter den Vertrag gesetzt, der aus der St. Wolfgangsbauverein eG und der Baugenossenschaft St. Wolfgang e.G. die Wohnbau St. Wolfgang eG macht.

Unter dem Kürzel WBW werden künftig alle 880 Mieteinheiten gepflegt und verwaltet, die seit der Gründung im Besitz der beiden Wohnbau-Genossenschaften sind. „Durch die Fusion haben wir das Unternehmen auf ein noch breiteres Fundament gestellt. Unsere wichtigste Aufgabe ist, den Mietern modernen und bezahlbaren Wohnraum in attraktiver Umgebung zu bieten.“

Von der Idee bis zur wirklichen Zusammenführung sind einige Jahre vergangen. 2009 haben sich Dieter Scheil und Karl Weiß, Vorstände in den damals noch getrennten Genossenschaften, erstmals getroffen, um über eine wirtschaftliche Zusammenführung und damit einen gemeinsamen Weg zu reden. Ihre Argumenten überzeugten die Aufsichtsräte, die schließlich ihr Plazet zu einer Fusion gaben. Dieter Scheil, Karl Weiß und ihr Vorstandskollege Markus Leberkern sind sich bewusst, welche Verantwortung sie übernommen haben. 109 Wohnhäuser sind nun im Besitz der neu formierten Genossenschaft. „Wir sind die größte Wohnbaugenossenschaft mit Sitz in Regensburg“, erklärt Dieter Scheil. Ein Großteil wurde in den letzten Jahren nicht nur verwaltet, sondern auch renoviert. Bei den Umbauten, Generalsanierungen und Ersatzneubauten sind moderne Wohnungen entstanden, in denen sich Jung und Alt wohl fühlen. „Dabei hat sich am wichtigsten Grundsatz der Genossenschaften, die Mieten für unsere 52.000 Quadratmeter Wohnfläche angemessen zu halten, nichts geändert“, erinnert Karl Weiß an den Auftrag an die Genossenschaft.

Wohnraum zu schaffen war in den Gründerzeiten der Genossenschaften aber nur ein Kriterium. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhundert war die Wohnungsnot in Regensburg groß. Hohe Arbeitslosigkeit und geringe Löhne machten es vor allem den Arbeitern schwer, ihren Familien einen halbwegs erträglichen Lebensstandard zu bieten. Da die Wohnung eine wesentliche Rolle im sozialen Gefüge spielt, haben sich im Zeitraum zwischen 1880 und 1930 viele Menschen in Genossenschaften oder Vereinen organisiert, um Wohnraum zu schaffen. Dieser sollte deren Bedürfnissen entsprechen, bezahlbar bleiben und ihnen die Sicherheit geben, nicht von heute auf morgen ohne einem Dach über dem Kopf dazustehen.

Dieser Gedanke hat auch Kumpfmühler Bürger veranlasst, am 19. April 1895 den St. Wolfgangsbauverein e.V. und 34 Jahre später, am 19. Juli 1929, die Baugenossenschaft St. Wolfgang e.G. ins Leben zu rufen. Beide Unternehmen haben bis heute ihren Schwerpunkt auf den Süden der Stadt Regensburg konzentriert. Am 23. Juni 2014 haben sie rückwirkend zum 1. Januar 2014 besiegelt, den weiteren Weg gemeinsam zu gehen. Die neu geschaffene Wohnbau St. Wolfgang eG ist ein modernes Unternehmen, das den Geist der Gründerväter pflegt und gleichzeitig die Ansprüche der Gegenwart in Bezug auf die sozialen und marktwirtschaftlichen Gegebenheiten im Auge hat. Die Betriebsgröße ist so dimensioniert, dass Arbeitsabläufe und Strukturen effizient funktionieren. Synergien in den Bereichen Rechnungswesen, Mitgliederverwaltung oder Controlling bringen zusammen mit einer verantwortungsbewussten Unternehmensplanung mit einem soliden Risikomanagement Stabilität. „Wir können die Verwaltungskosten in engen Grenzen halten und so die Rentabilität erhöhen“, erklärt Markus Leberkern.

Wie sehr die Prinzipien der Wohnbau St. Wolfgang eG im Trend der Zeit liegen, beweist eine Studie, die sieben Verbände der deutschen Bau- und Immobilienbranche unter den Titel „Deutschland-Plan für bezahlbares Wohnen“ vor wenigen Tagen vorgestellt haben. Sie fordern ein deutliches Absenken der Kaltmieten, die auch für Durchschnittsverdiener wieder erschwinglich sind. Die Autoren kommen mit Blick auf den Gesetzgeber zum Ergebnis, dass eine Verbesserung der steuerlichen Abschreibungsbedingungen, eine Reduzierung der Baulandkosten und verbesserte Finanzierungskonditionen einen enormen Preiseffekt auf den Mietwohnungsmarkt hätten.

Die Verantwortlichen in der Wohnbau St. Wolfgang eG begrüßen eine solche Initiative, „allerdings sind angemessene Mieten für Wohnraum mit Qualität schon immer unser Handlungsprinzip“, ruft Dieter Scheil in Erinnerung. Mit umfangreichen Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen sorgt Wohnbau St. Wolfgang eG für hohe Wertigkeit der Immobilien, ohne die Mieten über ein vertretbares Maß hinaus zu erhöhen. Rund zwei Millionen Euro hat das Unternehmen in letzter Zeit investiert, um zwei zentrale Heizanlagen zu bauen und eine Reihe von Wohnungen mit neuen Heizungen zu versorgen. Parallel dazu waren die Mitarbeiter damit beschäftigt, den genauen Bestand zu erheben als Planungsgrundlage für Sanierungen und Ersatzneubauten in den nächsten Jahren. Die Vorstände der Wohnbau St. Wolfgang eG sind sich einig, alle Immobilien nach und nach auf eine modernes Niveau zu bringen und dabei immer die solide kaufmännische Basis im Blick zu haben.

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